Sonntag, 30. November 2008

Saturday Night Fever


Gestern Abend habe ich mich in ungeahnte Sphären begeben, habe Dinge getan, die ich sonst nie tun würde. Es fing am Nachmittag an, ich fühlte mich nicht gut, hab delogierungsverdächtig gehustet und dann doch noch den Rat eines lieben Menschen befolgt ein Bad zu nehmen.
Nach dem Bad hielt ich es für eine grandiose Idee mich im Adamskostüm ins Bett zu legen und ein wenig nachzudampfen. Der Geist wäre ja willig gewesen, allein das Fleisch war schwach und so stellte ich mir einen Wecker nach dem anderen ('The Most Beautiful Girl In The World' ist dabei kein sehr geeigneter Weckton) und wachte in der Folge heute Früh um 05:30 Uhr frisch und munter auf.
Sonntag Früh um halb 6 wach zu sein ist eine Sache - völlig nüchtern und ohne in den letzten 12 Stunden auch nur eine Zigarrette geraucht zu haben hingegen schlimm. Zum Glück hatte ich am Freitag noch ein paar Dinge im Büro vergessen zu erledigen, meinen Sonntag Vormittag verbrachte ich so sehr sinnstiftend an der Arbeitsstätte.
Noch sinnvoller war nun mein offline Flug von Mailand Malpensa nach Wien, welchen ich endlich wieder für die Welt festgehalten habe.

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Samstag, 29. November 2008

Grausiger Fund

Heute habe ich mich in ein einschlägiges Geschäftslokal am Hernalser Gürtel begeben um mein ehemaliges Drei-Telefon entsperren zu lassen. Meinen Communicator habe ich ja - wie berichtet - verschrottet, nun ist es wieder das gute alte 6680, das ich mich weigern werde an meinen Kopf zu pressen. Während ich das neue alte Telefon in Betrieb genommen habe, bin ich über einige interessante Fotos und Videos aus fast vergessener Zeit gestolpert.
Das eigenartigste zeigt eine Gruppe von Frauen, die in einer katholischen Kirche um den Sarg des aufgebahrten Pfarrers tanzen. Schlimmer noch, die damalige Innenministerin wurde zum mittanzen genötigt. Ich konnte das alles erst gar nicht fassen und musste umgehend die Kirche verlassen. Nur damit man mir Glauben schenken würde hatte ich mich damals wieder zurückgewagt und heimlich das Video gemacht.
Hätte ich vor ein paar Tagen beim Kaffemachen etwas besser aufgepasst, wären mir dieses Video, Fotos und ein paar SMS-Nachrichten erspart geblieben.

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Donnerstag, 27. November 2008

Geisterbahn

Auf meinem täglichen Schulweg konnte ich in der Straßenbahn allerlei Menschen beobachten.
Mr. Bean, der stets gepflegt seinen Aktenkoffer am Schoß balancierte und Donnerstags vorsichtig das Micky Maus Heft darauf ausbreitete. Wenn er Schnupfen hatte, putze er sich so langwierig die Nase, dass ich aussteigen musste, ehe er damit fertig war.
Ein weiterer Mitreisender, Brille, fiel eben durch seine Brille auf. Anfangs hatte er beide Scharniere mit Klebeband fixiert, etwas später fehlte ein Bügel und ein paar Wochen danach hatte er auch noch den zweiten Bügel verloren und sich die Brille einfach mit einer Angelschnur um den Kopf gebunden.
Vom jungen Mann mit Walkman und lautstarker Madonna - Vorliebe erzählte ich an dieser Stelle bereits.
Warum mir das alles rund 15 Jahre später wieder einfällt? Ich war in diesen Tagen mit der Straßenbahn unterwegs ins Büro und bis auf ein paar Meter gleicht der Weg zu meiner Arbeitsstätte meinem damaligen Schulweg. Mit Mr. Bean verbinden mich seltsame Gepflogenheiten beim Putzen der Nase: ich bin seit einer Woche erkältet, habe es aber noch immer nicht geschafft mir Taschentücher zu besorgen, weshalb ich mich in ersatzweise beschafften Zellstoff jeder Art schneuzen muss. An Herrn Brille denke ich, wenn ich mein Mobiltelefon betrachte: neulich beim frühmorgendlichen Telefonat und dem gleichzeitigen Zubereiten meines Kaffees fiel mir das Ding so unglücklich aus dem Gesicht, dass ich es nun mit einem Gummiband in Form halten muss. Eigentlich könnte ich mir ja das Mobiltelefon mit dem Gummiband gleich an den Kopf spannen, aber warum ich das nicht will habe ich beim letzten Mal bereits ausreichend erklärt.

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Samstag, 22. November 2008

iMax


Während der letzten Wochen habe ich an dieser Stelle gerne wortkarg mit Musik vom Feinsten verwöhnt. Lange habe ich geschwiegen, doch jetzt muss ich dringend wieder zur Verbesserung dieser Welt beitragen.
Beim Kommunizieren auf dem technischen Weg haben sich allerhand Unsitten eingeschlichen, zu deren Beseitigung ich gerne beitragen möchte:

  • Einem entgangenen Anruf ohne einer Nachricht auf der VoiceMailbox folgt garantiert kein Rückruf. Wer immer noch davon ausgeht, ist offensichtlich in den 80/90er-Jahren hängengeblieben: nur gibt es die Fußfessel namens Pager nicht mehr.
  • Ich schätze die Wahrung meiner Privatsphäre sehr und überreiche auch nicht jedem meine Telefonnummer. Leute, die aber grundsätzlich ohne Übermittlung ihrer Rufnummer anrufen, müssen sich langsam damit abfinden, dass kein normaler Mensch solche Anrufe annehmen wird. 9 von 10 Anrufen ohne Nummer stammen von lästigen Call-Center Tanten, die mir nicht nur durch ihren Anruf die Zeit stehlen, sondern mir auch noch mit einem Termin mit einem Außendienstmitarbeiter den Kalender zumüllen wollen. Der 10. Anruf kommt von einem Techniker, der leider keine Rufnummer mitsenden darf, weshalb ich den Anruf nicht entgegen nehme und so noch länger auf die Lösung eines Problems warten muss.
  • Selbst wenn ich einen Anruf von einem Menschen erhalte, dessen Rufnummer mir bekannt ist und der womöglich auch noch fähig ist in zusammenhangenden Sätzen eine Nachricht zu hinterlassen - manchmal habe ich Schöneres zu tun als mir ein Telefon an den Kopf zu pressen.
  • Die schlimmste Unsitte beim Telefonieren ist aber eindeutig, sich in der Lautstärke zu irren. Ich pflege Telefongespräche nie neben Düsentriebwerken, in Diskotheken oder neben einer Kreissäge entgegenzunehmen. Es ist also genausowenig sinnvoll wie höflich über Zimmerlautstärke in das Telefon zu schreien.
  • Bei E-Mails ist die Unsitte selbige mit fragwürdigem oder sogar ohne Betreff zu versenden stark verbreitet. Mails mit dem Betreff "!!!!" oder "FW: AW: AW: Lustig" lösche ich mit großer Freude.
Es ist nicht sehr schwierig mit mit mir in Kontakt zu treten: sag' mir was Du willst und ich sag' Dir was Du mich kannst.
Sie sprechen mit Maximilian Stirner. Bitte fassen Sie sich, und das kurz!

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